Aktuell: The Act of Killing

«Einen derart kraftvollen, surrealen und erschreckenden Film habe ich seit mindestens einem Jahrzehnt nicht gesehen … Beispiellos in der Geschichte des Kinos.» Werner Herzog

In einem Land, das Mörder als Helden feiert, wagt es Joshua Oppenheimer mit THE ACT OF KILLING, sich dem Tabu und dem Terror zu stellen. Um die Geschichte des Genozids an über einer Million vermeintlicher Kommunisten in Indonesien nach dem Militärputsch 1965 zu erzählen – eine Geschichte, die die Opfer und ihre Nachfahren auch heute noch nicht zu erzählen wagen – entscheidet sich der junge amerikanische Regisseur für den einzig möglichen Weg: er spricht mit den Mördern. Stolz und frei von jeglicher Reue erzählen sie von den Morden und sind freudig bereit, ihre Taten nachzuspielen und sich selbst zu inszenieren. Das Filmprojekt bringt die Männer schließlich zum Reden und zum Nachdenken über ihre Taten, die sie bisher nie reflektiert haben. Die Inszenierung der Realität ist wirklicher geworden, als es die Taten für die Männer je waren.

THE ACT OF KILLING ist ein filmischer Fiebertraum, eine verstörende Reise in die Psyche der Mörder und das schockierend banale Regime von Korruption und Propaganda, in dem sie leben. Der Film konfrontiert uns auf nie dagewesene Weise mit der banalen Alltäglichkeit des Bösen und der kathartischen Macht des Kinos.

DK/NO/UK 2012 | Länge: 115 Minuten (Kinofassung)/159 Minuten (Director‘s Cut)
Format: DCP | Farbe | OmeU

Regie: Joshua Oppenheimer
Kamera: Carlos Mariano Arango de Montis, Lars Skree
Schnitt: Niels Pagh Andersen, Janus Billeskov Jansen, Mariko Montpetit, Charlotte Munch Bengtsen, Ariadna Fatjó-Vilas Mestre
Ton: Gunn Tove Grønsberg, Henrik Gugge Garnov
Musik: Elin Øyen Vister
Produktion: Final Cut for Real, Piraya Films, Spring Films

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DER FILMEMACHER

JOSHUA OPPENHEIMER: Geboren 1974 in Texas. Studiert Film an der Harvard University und am Central St. Martins College in London. Leitet die Forschungsgruppe «Genocide and Genre» des britischen Arts and Humanities Research Council.